{"id":7834,"date":"2018-03-22T10:11:34","date_gmt":"2018-03-22T09:11:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jrseco.com\/?p=7834"},"modified":"2022-11-28T13:08:58","modified_gmt":"2022-11-28T12:08:58","slug":"wie-schaedlich-ist-wlan-strahlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jrseco.com\/de\/wie-schaedlich-ist-wlan-strahlung\/","title":{"rendered":"Wie sch\u00e4dlich ist WLAN-Strahlung im Klassenzimmer?"},"content":{"rendered":"<p>Saarbr\u00fccken. <strong>Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz warnt Schulen vor WLan-Netzen. Auch das Bundesamt f\u00fcr Strahlenschutz r\u00e4t, sofern m\u00f6glich auf Kabel zu setzen. Denn Langzeitstudien fehlen.<\/strong> Von Ute Kirch<\/p>\n<p><span class=\"caption\"><em>Sch\u00fcler mit Tablet-PCs im Unterricht soll es k\u00fcnftig \u00f6fters geben. Doch da es noch keine Langzeitstudien zur Strahlenbelastung mit WLan gibt, raten Experten zu einer Internetverbindung mit einem Kabel.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/saarland\/saarland\/wie-schaedlich-ist-wlan-strahlung_aid-7776101\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Saarbr\u00fccker Zeitung<\/a><\/p>\n<p>Statt Arbeitsbl\u00e4ttern liegen auf den Tischen vor den Sch\u00fclern Tablet-PCs. Darauf wird geschrieben, gerechnet und sogar die Hausaufgaben gemacht. Zum Start der ersten iPad-Klasse im Saarland Ende vergangenen Jahres war der Medienrummel im Neunkircher Steinwald-Gymnasium gro\u00df.<\/p>\n<p>Einen SZ-Leser (Name der Redaktion bekannt) hat die Innovation jedoch beunruhigt: \u201eIch bin ja kein Ewiggestriger und finde gut, dass bereits Sch\u00fcler den Umgang mit der neuen Technik lernen. Aber muss es denn ausgerechnet der Internetzugang mit WLan sein?\u201c, fragt er. Er zitiert aus der im Februar 2016 erschienenen Brosch\u00fcre \u201eDigitale Medien in Schulen: Start in die n\u00e4chste (De)generation? WLan, Smartphones und Tablet-PCs im Unterricht\u201c des BUND-Landesverbands Hamburg (Bund f\u00fcr Umwelt- und Naturschutz Deutschland). Darin hei\u00dft es: \u201eUnter Beachtung internationaler Forschungsergebnisse und des Vorsorgeprinzips ist demnach ausschlie\u00dflich der Einsatz kabelgebundener L\u00f6sungen an Schulen zu verantworten.\u201c Es gebe mehr als 50 Studien, die auf gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Herzrhythmusst\u00f6rungen, Konzentrations-, Ged\u00e4chtnis- und Verhaltensst\u00f6rungen durch WLan hinwiesen, so der BUND. Im Jahr 2011 habe das Krebsforschungsinstitut (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mobilfunktstrahlung als \u201em\u00f6glicherweise krebserregend\u201c eingestuft. Kinder und Jugendliche seien durch die Strahlung besonders gef\u00e4hrdet, weil sich die Organe und die Hirnregion noch im Wachstum bef\u00e4nden. In Frankreich gelte daher an Kitas ein WLan-Verbot, ein solches werde f\u00fcr die Schulen gerade \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Zudem moniert der BUND, dass es f\u00fcr WLan und mobile Endger\u00e4te wie Smartphones und Tablets lediglich Empfehlungen des Bundesamts f\u00fcr Strahlenschutz gibt, jedoch keine gesetzlichen Grenzwerte. Die Grenzwerte seien in Deutschland sehr hoch und nur f\u00fcr fest installierte Sendeanlagen wie Mobilfunksendemasten g\u00fcltig. Zudem sei bei der Festlegung der Grenzwerte nicht ber\u00fccksichtigt worden, dass neben WLan eine Vielzahl verschiedener elektromagnetischer Felder und Wellen gleichzeitig auf die Menschen einwirkten, etwa durch Spielekonsolen, LTE und Bluetooth. Der BUND ruft daher Eltern dazu auf, sich bei ihren Schulen f\u00fcr kabelgebundene IT-L\u00f6sungen einzusetzen und auch zu Hause m\u00f6glichst schnurgebundene Telefone zu benutzen.<\/p>\n<p>Auf SZ-Anfrage teilt das Bundesamt f\u00fcr Strahlenschutz (BfS) mit, vor einigen Jahren Schulen empfohlen zu haben, kabelgebundene L\u00f6sungen gegen\u00fcber WLan zu bevorzugen, falls dies m\u00f6glich sei. \u201eDiese Empfehlung wurde aus Vorsorgegr\u00fcnden ausgesprochen und war damals durch bestehende wissenschaftliche Kenntnisl\u00fccken begr\u00fcndet\u201c, sagt BfS-Sprecher Jan Henrik Lauer. Generell rate das BfS nicht von einer WLan-Nutzung an Schulen ab, empfehle aber, vorsorglich die Exposition m\u00f6glichst gering zu halten. Dies k\u00f6nne etwa durch einen gr\u00f6\u00dferen Abstand zu den WLan Zugangspunkten oder durch eine Reduzierung der Reichweite erreicht werden. Zudem sollten die Endger\u00e4te wie Laptop und Tablet nicht in unmittelbarem K\u00f6rperkontakt genutzt werden.<\/p>\n<h2>WLAN-Strahlung im Klassenzimmer<\/h2>\n<p>WLan-Anwendungen nutzen zur drahtlosen Daten\u00fcbertragung \u2013 wie der Mobilfunk auch \u2013 hochfrequente elektromagnetische Felder. Die einzige nachgewiesene gesundheitsrelevante Wirkung dieser Felder sei eine Erw\u00e4rmung des Gewebes, so das BfS. Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand seien gesundheitliche Gefahren durch die hochfrequenten Felder von WLan nicht zu bef\u00fcrchten, wenn die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten w\u00fcrden. Diese seien so festgelegt, dass eine gesundheitlich relevante Erw\u00e4rmung des Gewebes ausgeschlossen sei. \u201eAllerdings ist die fl\u00e4chendeckende Verbreitung von Mobiltelefonen bisher noch relativ neu, so dass belastbare Langzeitdaten f\u00fcr eine abschlie\u00dfende Bewertung zu einem m\u00f6glicherweise vorhandenen Langzeitrisiko noch nicht vorliegen\u201c, sagt Lauer.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gehe man davon aus, dass Kinder empfindlicher auf Umwelteinfl\u00fcsse reagieren als Erwachsene. Dies sei vorsorglich auch in Bezug auf hochfrequente elektromagnetische Felder angenommen worden. \u201eDie in der Zwischenzeit durchgef\u00fchrte internationale Forschung hat aber die Bef\u00fcrchtung, dass Kinder und Jugendliche empfindlicher auf elektromagnetische Felder der Funkanwendungen reagieren als Erwachsene, bisher nicht best\u00e4tigt\u201c, sagt der BfS-Sprecher. Zwar unterl\u00e4gen WLan-Router nicht den in der 26. Verordnung zur Durchf\u00fchrung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes festgelegten Grenzwerte f\u00fcr die hochfrequenten Felder von Mobilfunk-Sendeanlagen, doch wie auch andere Endger\u00e4te m\u00fcssten Router so konstruiert sein, dass die international empfohlenen H\u00f6chstwerte f\u00fcr die Aufnahme hochfrequenter elektromagnetischer Felder im K\u00f6rper w\u00e4hrend des Betriebes eingehalten werden. \u201eMessungen an Schulen konnten zeigen, dass die Exposition durch WLan gering ist und im Allgemeinen weit unterhalb der Grenzwerte liegt\u201c, so Lauer. Solange die Grenzwerte unterschritten werden, sei es nicht gesundheitsgef\u00e4hrdend, wenn Menschen mehreren Quellen hochfrequenter Felder ausgesetzt seien.<\/p>\n<p>Der BUND geht in seiner Risikobewertung \u00fcber die Aussagen des BfS hinaus. Neben der Erw\u00e4rmung des K\u00f6rpergewebes gebe es auch biologische Auswirkungen. Der Verband zitiert den Schweizer Bundesrat. Dieser hatte 2015 mitgeteilt, es sei die Beeinflussung der Hirnstr\u00f6me nachgewiesen worden. Begrenzte Evidenz gebe es zudem f\u00fcr die Durchblutung des Gehirns, eine Beeintr\u00e4chtigung der Spermienqualit\u00e4t und f\u00fcr eine Destabilisierung der Erbinformationen.<\/p>\n<p>Was bedeuten diese Risikobewertungen jetzt f\u00fcr die Schulen, die im digitalen Zeitalter ankommen wollen? Auf SZ-Anfrage teilen Gesundheits- und Bildungsministerium im Saarland mit, dass die Landesregierung keine Empfehlung zum Umgang mit WLan herausgebe. Die Forschung sei sich derzeit noch uneins, ob und wie WLan die Gesundheit m\u00f6glicherweise beeintr\u00e4chtige. Die Schultr\u00e4ger, f\u00fcr die weiterf\u00fchrenden Schulen sind das die Kreise, seien f\u00fcr die IT-Ausstattung verantwortlich. Hier seien der Regierung keine Richtlinien bekannt.<\/p>\n<p>Im Steinwald-Gymnasium gibt es das WLan bisher nur im Klassenzimmer der iPad-Klasse. Die Schulleitung hofft, dass die von Ex-Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) 2016 versprochenen f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr Breitband, WLan und Computer an Schulen bald flie\u00dfen, damit der Kreis Neunkirchen als Schulkostentr\u00e4ger das gesamte Gymnasium mit Internet ausstatten kann. \u201eMit der Frage, welche Gefahren von WLan ausgehen, besch\u00e4ftigen wir uns auch intensiv\u201c, sagt Schulleiterin Karin Weiskircher-Hemmer und betont: \u201eUns w\u00e4re ein L\u00f6sung mit LAN-Kabeln auch lieber.\u201c Sobald die Mittel bereit stehen, werde man dies mit dem Kreis besprechen. Die Kosten f\u00fcr WLan oder LAN-Kabel unterschieden sich nicht wesentlich \u2013 pro Schule fielen rund 20\u2005000 Euro an.<\/p>\n<p>Siehe auch:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jrseco.com\/de\/pcat\/strahlungsarme-wlan-router-jrs-eco-wifi\/\">Geringere WLAN-Strahlung im Haus mit einem Eco-WLAN-Router<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jrseco.com\/de\/10-tipps-zur-reduzierung-der-elektromagnetischen-strahlung-von-ihrem-handy-und-wlan\/\">10 Tipps zur Reduzierung der elektromagnetischen Strahlung von Ihrem Handy und WLAN<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jrseco.com\/de\/appell-zu-5g-an-die-eu-wissenschaftler-warnen-vor-potenziellen-ernsten-gesundheitsauswirkungen-durch-5g\/\">Appell zu 5G an die EU \u2013 Wissenschaftler warnen vor potenziellen ernsten Gesundheitsauswirkungen durch 5G<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jrseco.com\/de\/eu-forschung-reflex-zeigt-dna-schaeden-durch-strahlung-von-mobilfunkgeraeten-und-handys\/\">EU-Studie &#8222;Reflex&#8220; zeigt DNA-Sch\u00e4den durch Strahlung von Mobilfunkger\u00e4ten und Handys<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saarbr\u00fccken. 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