EU ignoriert Gesundheitsrisiken 5G – Der Tagesspiegel

EU ignoriert Gesundheitsrisiken 5G – Der Tagesspiegel

In Der Tagesspiegel sind kürzlich zwei gut recherchierte Artikel erschienen: “Wie gesundheitsschädlich ist 5G wirklich?” (15. Januar) und “Europa ignoriert mögliches Krebsrisiko von 5G” am 12. Januar.

Der geplante europaweite Ausbau des Mobilfunknetzes der fünften Generation (5G) birgt große ökonomische und technische Risiken und stößt bei der Bevölkerung in einigen EU-Ländern auf erheblichen Widerstand. Das berichtet das Journalistenteam Investigate Europe im Tagesspiegel am Sonntag. Demnach ist es unsicher, ob sich die auf rund 500 Milliarden Euro geschätzten Investitionen jemals rentieren werden. Zudem deutet eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien darauf hin, dass die für den Mobilfunk genutzte elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung die menschliche Gesundheit schädigen kann, und etwa Krebs erzeugt oder den männlichen Samen schädigt.

Die dazu nötigen Investitionen, nach Schätzungen der Deutschen Telekom rund 500 Milliarden Euro, seien „von strategischer Bedeutung für Europa“, verkündet Jyrki Katainen, EU-Kommissar für Jobs und Wachstum. Der Ausbau von 5G „ist entscheidend für unsere weltweite Wettbewerbsfähigkeit“, sagt er und weiß sich darin einig mit allen Regierungen der EU-Staaten.

Gleichzeitig herrscht erhebliche Unsicherheit über die möglichen Gesundheitsrisiken. Die EU-Kommission und Europas Regierungen weisen diese Forderung bisher zurück. „Die Anwendung des Vorsorgeprinzips“ auf die Mobilfunktechnologien sei „eine zu drastische Maßnahme“ erklärt der Kabinettschef des amtierende EU-Gesundheitskommissars Vytenis Andriukaitis.

Der Vodafone-Konzern schreibt im Jahresbericht 2017: “Elektromagnetische Signale, die von mobilen Geräten und Basisstationen ausgesendet werden, können gesundheitliche Risiken bergen, mit potenziellen Auswirkungen, einschließlich: Änderungen der nationalen Gesetzgebung, eine Verringerung der Mobiltelefonnutzung oder Rechtsstreitigkeiten.”

Zur Rechtfertigung verweist die Kommission genauso wie die deutsche Bundesregierung auf die Empfehlungen der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP), welche die neuen Studien als irrelevant beurteilt. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um einen privaten in Deutschland eingetragenen Verein ohne jeden amtlichen Charakter, der seine Mitglieder selbst rekrutiert und dabei Fachleute mit abweichenden Meinungen ausschließt. Die Kritiker fordern daher die Einsetzung eines unabhängigen Gremiums und ein großes Forschungsprogramm zur Beurteilung möglicher Gesundheitsschäden.

Lesen Sie die kompletten Artikel online unter Tagesspiegel.de (1. Artikel und 2. Artikel).

Investigate Europe (IE) ist ein paneuropäisches Team von neun investigativen Journalisten aus acht europäischen Mitgliedsstaaten. Sie untersuchen Themen von breiter europäischer Relevanz und veröffentlichen die Ergebnisse mit Medienpartnern aus ganz Europa.

Investigate Europe: The 5G Mass Experiment.

Dieser Seite ist auch verfügbar auf: Niederländisch

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